Projekt Heiweg

Der allererste Ferientag begann früh. Bereits um 8 Uhr trafen wir uns beim Langwies-Schulhaus in Zurzach. Wir, das sind, Barbara, Manuele und Marco, von der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Bad Zurzach, ein paar Eltern und wir sechs Heimweg-Teilnehmer*innen Elena, Meryl, Selena, Janic, Luca, und Lili-Jane.

Uns Kindern wurden die Augen verbunden und wir wurden per Auto an einen unbekannten Ort gefahren. Wir bemerkten, dass wir im Kanton Solothurn waren, da wir die Autoschilder gesehen haben und wir wussten, dass wir etwa 50km von Bad Zurzach weg waren. Ohne Handy und nur mit unserer Ausrüstung und etwas Geld fürs Essen (30 Franken pro Kind & Tag) mussten wir nun nach Hause finden.

Schnell haben wir rausgefunden, dass wir in Schönenwerd waren. Kaum angekommen, ging es auch gleich wieder los. Wir liefen den ganzen Tag. Nur ab und zu machten wir Pausen, um etwas Essen zu kaufen und unsere Energie aufzuladen. Wir liefen durch Wälder, Städtchen, Wiesen und Äcker. Die Landschaft war hügelig und wir sahen ziemlich viele Bauernhöfe. Pause machten wir an einem Bach oder am Fluss. Leute trafen wir nicht viele, wir fragten ab und zu jemanden nach dem Weg.

Als sich der erste Tag dem Ende zuneigte, begann es ein wenig zu regnen und wir mussten noch einen Schlafplatz suchen. Dies führte zu einer kleinen Diskussion unter den Teilnehmenden, denn die einen wollten einen Bauernhof aufsuchen, währen die anderen unter freiem Himmel schlafen wollten. Wir regelten diesen Konflikt mit einer Abstimmung. Die Mehrzahl entschied sich für den Bauernhof, zu unserem Glück, denn in der Nacht regnete es erneut. Der Bauernhof war direkt unterhalb vom Schloss Wildegg. Als das Nachtlager in der Scheune, bezogen wurde, gingen die einen noch schwimmen, während die anderen UNO spielten.

An diesem Tag hatten wir schon 26 km hinter uns. Am nächsten Tag ging es sogleich weiter, wir waren immer noch fit und kamen schnell vorwärts. Erstes Etappenziel an diesem Tag war Brugg. Dort wurden wir von Barbara, ihrem Mann und gemeinsamen Sohn mit einem Eis überrascht. Nach der Pause ging es weiter nach Würenlingen. In Würenlingen wohnt zum Glück Marcos Oma. Dort durften wir deshalb Pause machen und unser Abendessen kochen.

Eigentlich wollten wir erst bei ihr im Garten übernachten, doch ein Paar hatten die Idee, noch weiter zu laufen. Wieder kam es zu einer Abstimmung und wir entschieden die letzten 11 Kilometer noch an diesem Abend zurückzulegen. Schlussendlich kamen wir abends um 22 Uhr zuhause an. Wir brauchten nur zwei statt drei Tage. Wir hatten einen neuen Rekord aufgestellt! Das war sehr toll.

Nicht nur der Weg war toll, auch unsere Gruppe. Wir waren nämlich alle sehr motiviert und unterstützten uns gut. Vor allem die Jungs konnten uns gut anfeuern und zur Challenge überreden. Wir haben einander geholfen, sind zusammengeblieben und haben uns die Aufgaben aufgeteilt. Zuerst kannten wir uns gar nicht, aber dann fanden wir uns alle nett.

Wir können stolz sein, einen solchen Weg zu Fuss geschafft zu haben und es war auch ein rechtes Abenteuer nach Hause zu finden. Wenn man jemandem von diesem Projekt erzählt, sorgt das immer für viel Eindruck, schon ziemlich cool 😊

Bericht geschrieben von Lili Jane Widmer